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Angriff auf medizinische Einrichtung im Jemen: MSF bestürzt über falsche Anschuldigungen
Der Untersuchungsbericht anerkennt, dass die Militärallianz teilweise für die Bombardierung verantwortlich ist. Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) wird aber eine Mitschuld zugewiesen, weil die Organisation keine geeigneten Massnahmen zur Vermeidung des Luftangriffs getroffen habe. In dem Bericht wird unter anderem behauptet, MSF habe es unterlassen, das Gebäude mit einem eindeutigen Symbol als medizinische Einrichtung zu kennzeichnen. Ebenso habe die Organisation nicht ausdrücklich darum gebeten, das Behandlungszentrum in eine Liste nicht anzugreifender Einrichtungen aufzunehmen. MSF hatte das Gelände des Cholera-Behandlungszentrums mit drei markanten Logos gekennzeichnet und seinen Standort mindestens zwölfmal schriftlich den zuständigen Behörden der Militärallianz mitgeteilt.
«Dem humanitären Völkerrecht zufolge, sind medizinische Einrichtungen geschützt und dürfen nicht angegriffen werden. Das gilt selbst dann, wenn diese nicht gekennzeichnet sein sollten oder die Standorte nicht den Kriegsparteien mitgeteilt wurden», sagt Teresa Sancristoval, Leiterin der zuständigen Projektabteilung von MSF. «Es liegt in der alleinigen Verantwortung der Konfliktparteien, proaktiv alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass geschützte Einrichtungen nicht angegriffen werden. Die Verantwortung darf nicht bei den Zivilisten und dem medizinischen Personal liegen.»
Bei dem Angriff wurden glücklicherweise keine Mitarbeitenden oder Patientinnen und Patienten getötet. Doch das neu errichtete Cholera-Behandlungszentrum wurde zerstört und war als Folge davon nicht mehr funktionsfähig. Die Einrichtung wäre für die medizinische Versorgung in einem Gebiet mit mehr als einer Million Einwohner zuständig gewesen.
Seit März 2015 sind bereits zum fünften Mal Einrichtungen von MSF bei Luftangriffen der Militärkoalition getroffen worden. Ohnehin ist nur die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen im Jemen voll funktionsfähig. Laut dem UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten sind mehr als 11 Millionen Jemeniten in akuter Not. Cholera und andere leicht vermeidbare Krankheiten brechen regelmässig aus. Der Zugang zu den medizinischen Einrichtungen von MSF ist für die Bevölkerung deshalb von entscheidender Bedeutung.